Die Montage – Vom Dach zum Kraftwerk

Die Montage einer Solaranlage ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur eigenen Stromproduktion. Eine fachgerechte Installation gewährleistet nicht nur optimale Erträge, sondern auch die Sicherheit und Langlebigkeit Ihrer Anlage. In der Schweiz gibt es verschiedene Montagearten, die je nach Dachtyp, Gebäudeart und ästhetischen Anforderungen eingesetzt werden.

Die Wahl der richtigen Montageart hängt von mehreren Faktoren ab: dem Dachtyp (Schräg- oder Flachdach), dem Deckungsmaterial (Ziegel, Blech, Eternit), dem Alter und Zustand des Daches sowie den baulichen Vorschriften am Standort. Ein erfahrener Installateur analysiert diese Faktoren und empfiehlt die optimale Lösung.

Aufdach-Montage – Der Klassiker

Die Aufdachmontage ist die häufigste und kostengünstigste Montageart in der Schweiz. Dabei werden die Solarmodule auf einer Unterkonstruktion aus Aluminium oder Edelstahl montiert, die über spezielle Dachhaken an den Dachsparren befestigt wird. Zwischen den Modulen und der Dacheindeckung bleibt ein Abstand von etwa 5 bis 15 Zentimetern, der für eine gute Hinterlüftung sorgt.

Die Vorteile der Aufdachmontage sind vielfältig: niedrige Kosten, schnelle Installation, einfache Wartung und Austauschmöglichkeit einzelner Module. Die bestehende Dacheindeckung bleibt intakt, was besonders bei neueren Dächern ein wichtiger Aspekt ist. Die Hinterlüftung sorgt zudem für eine kühlere Modultemperatur und damit höhere Effizienz.

Indach-Montage – Elegante Integration

Bei der Indachmontage ersetzen spezielle Solarmodule oder Solardachziegel die herkömmliche Dacheindeckung. Die Module werden direkt in die Dachfläche integriert und bilden eine nahtlose Einheit mit dem Dach. Diese Lösung ist ästhetisch besonders ansprechend und wird oft bei Neubauten oder Dachsanierungen eingesetzt.

Die Indachmontage ist teurer als die Aufdachmontage, da spezielle Module und Eindeckrahmen benötigt werden. Allerdings entfallen die Kosten für die herkömmliche Dacheindeckung im Bereich der Module, was den Preisunterschied teilweise kompensiert. In der Schweiz ist die Indachmontage oft bei denkmalgeschützten Gebäuden oder in Schutzzonen vorgeschrieben.

Flachdach-Montage

Auf Flachdächern werden die Solarmodule auf speziellen Aufständerungssystemen montiert, die eine optimale Neigung und Ausrichtung ermöglichen. Es gibt verschiedene Systeme: ballastierte Systeme, die durch ihr Eigengewicht gehalten werden, und durchdringungsfreie Systeme, die ohne Bohrungen im Dach auskommen.

Flachdächer bieten den Vorteil, dass die Module optimal nach Süden oder in Ost-West-Richtung ausgerichtet werden können. Bei der Ost-West-Aufstellung können zudem mehr Module auf der gleichen Fläche installiert werden, da die flachere Neigung weniger gegenseitige Verschattung verursacht.

Fassaden-Montage

Solarmodule an der Fassade sind eine innovative Ergänzung oder Alternative zur Dachmontage. Sie können als vorgehängte Fassadenelemente, als Brüstungsverkleidung oder als Sonnenschutz installiert werden. Der Ertrag ist zwar geringer als bei optimaler Dachmontage, doch Fassadenanlagen nutzen Flächen, die sonst unproduktiv bleiben, und liefern besonders im Winter gute Erträge.

Ablauf einer typischen Montage

Der Montageprozess beginnt mit einer gründlichen Dachinspektion und der Planung der Modulanordnung. Am ersten Montagetag wird das Gerüst aufgestellt und die Unterkonstruktion installiert. Die Dachhaken werden an den Sparren befestigt und die Montageschienen daran fixiert. Am zweiten Tag werden die Module auf die Schienen geklemmt und elektrisch verbunden. Der Wechselrichter wird an einem geschützten Ort im Gebäude installiert.

Am dritten Tag erfolgen die Verkabelung vom Dach zum Wechselrichter, der Anschluss an die Hausverteilung und die Installation des Zählers. Nach einer gründlichen Prüfung aller elektrischen Verbindungen und einem Funktionstest wird die Anlage in Betrieb genommen. Der gesamte Prozess dauert typischerweise 2 bis 5 Arbeitstage.

Sicherheit bei der Montage

Sicherheit hat bei der Montage oberste Priorität. Alle Arbeiten auf dem Dach erfordern entsprechende Sicherheitsausrüstung wie Gerüste, Seilsicherungen oder Auffangnetze. Die Monteure müssen über eine entsprechende Ausbildung und Zertifizierung verfügen. In der Schweiz gelten die SUVA-Richtlinien für Arbeiten auf Dächern.

Auch die elektrische Sicherheit ist von grösster Bedeutung. Solarmodule erzeugen bei Lichteinfall sofort Strom, der nicht abgeschaltet werden kann. Deshalb müssen alle elektrischen Arbeiten von qualifizierten Elektrikern durchgeführt werden. Moderne Anlagen verfügen über Sicherheitseinrichtungen wie DC-Trennschalter und Feuerwehrschalter.

Dachstatik und Tragfähigkeit

Vor der Montage muss die Tragfähigkeit des Daches überprüft werden. Eine typische Aufdach-Solaranlage wiegt etwa 12 bis 15 kg pro Quadratmeter – deutlich weniger als eine Schneedecke oder traditionelle Dachziegel. In den allermeisten Fällen ist die Dachstatik ausreichend. Bei älteren Gebäuden oder Zweifeln empfiehlt sich eine statische Überprüfung durch einen Fachingenieur.

Qualitätskontrolle und Abnahme

Nach der Montage erfolgt eine umfassende Qualitätskontrolle. Diese umfasst die visuelle Inspektion aller Verbindungen, die Messung der elektrischen Parameter, den Test der Schutzeinrichtungen und die Überprüfung der Dichtigkeit der Dachdurchdringungen. Der Installateur erstellt ein Abnahmeprotokoll und übergibt alle relevanten Unterlagen für die Anmeldung bei Pronovo und dem lokalen Elektrizitätswerk.

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Fazit

Die professionelle Montage ist entscheidend für die Leistung und Langlebigkeit Ihrer Solaranlage. Ob Aufdach, Indach oder Flachdach – für jede Situation gibt es die passende Lösung. Achten Sie auf einen zertifizierten Installateur mit Erfahrung und guten Referenzen. Eine gut installierte Anlage liefert über Jahrzehnte zuverlässig sauberen Strom vom eigenen Dach.