Stromspeicher und Batteriespeicher – Lohnt sich die Investition?

Lesezeit: ca. 8 Minuten | Kategorie: Technologie

Mit einem Batteriespeicher können Sie Ihren selbst produzierten Solarstrom auch dann nutzen, wenn die Sonne nicht scheint. Doch lohnt sich die zusätzliche Investition wirklich? In diesem Artikel beleuchten wir alle Aspekte rund um Stromspeicher für Solaranlagen in der Schweiz.

Wie funktioniert ein Batteriespeicher?

Ein Batteriespeicher nimmt überschüssigen Solarstrom auf, der tagsüber produziert, aber nicht direkt verbraucht wird. Dieser gespeicherte Strom steht dann abends und nachts zur Verfügung, wenn der Strombedarf hoch, aber keine Solarproduktion vorhanden ist. Moderne Lithium-Ionen-Speicher arbeiten mit einem Wirkungsgrad von 90 bis 95 Prozent und können innerhalb von Sekunden reagieren.

Die Steuerung erfolgt über ein intelligentes Energiemanagementsystem, das den Energiefluss zwischen Solaranlage, Speicher, Hausverbrauch und Netz optimiert. Viele Systeme bieten zudem eine App-basierte Überwachung, mit der Sie den Energiefluss in Echtzeit verfolgen können.

Eigenverbrauch deutlich steigern

Ohne Batteriespeicher liegt der Eigenverbrauchsanteil einer typischen Einfamilienhaus-Solaranlage bei etwa 25 bis 35 Prozent. Der Rest wird ins Netz eingespeist. Mit einem passend dimensionierten Speicher lässt sich der Eigenverbrauch auf 60 bis 80 Prozent steigern. Das bedeutet, dass Sie den Grossteil Ihres Solarstroms selbst nutzen und deutlich weniger Strom vom Netz beziehen müssen.

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Die Kosten für einen Batteriespeicher liegen in der Schweiz bei etwa CHF 800 bis CHF 1'200 pro kWh Speicherkapazität. Ein typischer Speicher für ein Einfamilienhaus mit 5 bis 10 kWh Kapazität kostet demnach CHF 5'000 bis CHF 12'000 inklusive Installation. Die Preise sind in den letzten Jahren deutlich gesunken und dieser Trend setzt sich fort.

Die Wirtschaftlichkeit hängt von mehreren Faktoren ab: dem Unterschied zwischen dem Stromtarif und der Rückspeisevergütung, Ihrem Verbrauchsprofil und der Grösse des Speichers. Bei einem Strompreis von 25 Rappen und einer Rückspeisevergütung von 8 Rappen sparen Sie pro gespeicherter kWh etwa 17 Rappen. Die Amortisationszeit eines Speichers liegt aktuell bei 10 bis 15 Jahren.

Richtige Dimensionierung wählen

Ein häufiger Fehler ist die Überdimensionierung des Speichers. Als Faustregel gilt: Die Speicherkapazität in kWh sollte etwa dem 1- bis 1,5-fachen der PV-Leistung in kWp entsprechen. Für eine 8-kWp-Anlage wäre also ein Speicher von 8 bis 12 kWh ideal. Ein zu grosser Speicher wird nicht vollständig ausgenutzt und verschlechtert die Wirtschaftlichkeit.

Technologien im Vergleich

Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) sind derzeit die beliebteste Technologie für Heimspeicher. Sie bieten eine hohe Zyklenfestigkeit von 6'000 bis 10'000 Zyklen, sind sicher und haben eine Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren. Lithium-Nickel-Mangan-Cobalt-Batterien (NMC) sind kompakter, aber etwas teurer. Salzwasserbatterien sind eine umweltfreundliche Alternative mit geringerer Energiedichte.

Notstromfähigkeit als Zusatznutzen

Einige Batteriespeicher bieten eine Notstromfunktion, die bei einem Stromausfall automatisch einspringt. Dies kann besonders in ländlichen Gebieten mit gelegentlichen Netzausfällen von Vorteil sein. Beachten Sie jedoch, dass die Notstromfähigkeit oft nur eine begrenzte Leistung und Dauer bietet und die Systemkosten erhöht.

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Fazit

Ein Batteriespeicher macht Ihre Solaranlage unabhängiger und erhöht den Eigenverbrauch deutlich. Wirtschaftlich lohnt sich die Investition zunehmend, da die Speicherpreise sinken und die Strompreise steigen. Wenn Sie Wert auf maximale Unabhängigkeit vom Stromnetz legen und die Investition langfristig betrachten, ist ein Speicher eine sinnvolle Ergänzung zu Ihrer Solaranlage.