Wenn Ihre Solaranlage mehr Strom produziert, als Sie verbrauchen, wird der Überschuss automatisch ins Netz eingespeist. Dafür erhalten Sie eine Vergütung. Doch wie hoch ist diese, und wie funktioniert das System?
So funktioniert die Rückspeisung
Die Einspeisung geschieht automatisch über den bidirektionalen Stromzähler. Immer wenn die Produktion den Verbrauch übersteigt, fliesst Überschuss ins Netz. Der Smart Meter erfasst bezogenen und eingespeisten Strom für eine genaue Abrechnung. Die Netzbetreiber sind gesetzlich zur Abnahme und Vergütung verpflichtet.
Aktuelle Vergütungssätze
Die Rückspeisevergütung liegt typischerweise bei 5 bis 12 Rappen pro kWh – deutlich unter dem Bezugspreis von 20 bis 35 Rappen. Diese Differenz macht die Eigenverbrauchsoptimierung so sinnvoll. Einige Elektrizitätswerke bieten höhere Tarife für Ökostrom-Produkte.
Herkunftsnachweise (HKN)
Für jede produzierte kWh können Herkunftsnachweise ausgestellt und separat gehandelt werden. Der Erlös beträgt typischerweise 1 bis 3 Rappen pro kWh – ein kleiner Zusatzerlös.
Nettomessung
In der Schweiz wird per Nettomessung abgerechnet: Zu jedem Zeitpunkt wird die Differenz zwischen Produktion und Verbrauch ermittelt. Diese Methode ist für Anlagenbesitzer am fairsten.
Steuerliche Aspekte
Die Einspeisevergütung ist steuerpflichtig. Gleichzeitig sind die Investitionskosten in den meisten Kantonen steuerlich abzugsfähig. Die jährlichen Erträge müssen als Einkommen deklariert werden.
Fazit
Die Einspeisung trägt zur Wirtschaftlichkeit bei. Für maximale Rendite sollten Sie den Eigenverbrauch optimieren und die Einspeisung als willkommenen Zusatzerlös betrachten.
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Der Weg zur eigenen Solaranlage beginnt mit einer professionellen Dachanalyse. Dabei werden Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Statik geprüft. Süd-, Südost- und Südwestdächer mit 15–35° Neigung sind ideal. Aber auch Ost-West-Anlagen sind wirtschaftlich sinnvoll und liefern eine gleichmässigere Stromproduktion über den Tag. Die Montage dauert typischerweise 2–3 Tage für ein Einfamilienhaus. Der Installateur kümmert sich um die Baubewilligung, den Netzanschluss und die Anmeldung bei Pronovo für die Einmalvergütung. Nach der Inbetriebnahme können Sie Ihre Stromproduktion per App überwachen und Ihren Eigenverbrauch optimieren. Ein jährlicher Check durch den Fachmann sichert die langfristige Leistung.
Technologie und Modultypen
Moderne Solarmodule erreichen Wirkungsgrade von 20–22 % und sind deutlich leistungsfähiger als frühere Generationen. Die gängigsten Typen sind monokristalline Module – sie bieten die beste Flächeneffizienz und eignen sich ideal für Schweizer Dächer mit begrenztem Platz. Ganzschwarze Module (Full Black) sind besonders beliebt, da sie ästhetisch ansprechend sind und sich harmonisch ins Dachbild fügen. Bifaziale Module nutzen zusätzlich das reflektierte Licht der Rückseite und liefern bis zu 10 % Mehrertrag. Die Module sind auf mindestens 25 Jahre Leistung garantiert und verlieren pro Jahr nur etwa 0,3–0,5 % ihrer Kapazität. Die Wechselrichter – das Herzstück jeder Anlage – wandeln den Gleichstrom in nutzbaren Wechselstrom um.
Solarstrom und Elektromobilität
Die Kombination von Solaranlage und Elektroauto ist besonders attraktiv. Ein E-Auto verbraucht rund 15–20 kWh pro 100 km – bei 15’000 km Jähresfahrleistung sind das etwa 2’500 kWh. Mit einer 10-kWp-Anlage produzieren Sie in der Schweiz jährlich rund 10’000 kWh – mehr als genug für Haushalt und Auto. Wer sein E-Auto tagsüber zu Hause laden kann, nutzt den Solarstrom direkt und spart die teuren öffentlichen Ladetarife. Eine smarte Wallbox mit Solarstrom-Optimierung lädt das Auto bevorzugt dann, wenn die Sonne scheint. So fahren Sie praktisch gratis – und CO₂-neutral. Die Investition in eine Wallbox liegt bei CHF 1’500–3’000 inklusive Installation.
Den richtigen Solarinstallateur finden
Die Wahl des Installateurs ist entscheidend für eine erfolgreiche Solaranlage. Achten Sie auf folgende Kriterien: Der Betrieb sollte über eine Swissolar-Zertifizierung verfügen und Erfahrung mit mindestens 50 installierten Anlagen vorweisen können. Holen Sie mindestens drei Offerten ein und vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern auch die verwendeten Komponenten und Garantiebedingungen. Ein guter Installateur bietet eine Vor-Ort-Begehung an und erstellt eine individuelle Ertragsberechnung. Fragen Sie nach Referenzprojekten in Ihrer Region. Der Installateur sollte auch den Papierkram übernehmen: Baumeldung, Pronovo-Anmeldung und Netzgesuch. Seriöse Betriebe bieten zudem Wartungsverträge an, die eine regelmässige Überprüfung der Anlage sicherstellen und so langfristig die optimale Leistung gewährleisten.
Rückspeisetarife nach Energieversorger
Herkunftsnachweise und Grünstromzertifikate
Bewilligungsverfahren und kantonale Vorschriften
In der Schweiz sind Solaranlagen auf Dächern seit der Änderung der Raumplanungsverordnung 2014 in den meisten Fällen nur noch meldepflichtig. Das vereinfachte Verfahren erfordert lediglich eine schriftliche Meldung an die Baubehörde mindestens 30 Tage vor Baubeginn. Ausnahmen bestehen für Gebäude in Kern- und Schutzzonen, für denkmalgeschützte Bauten und in ISOS-Gebieten. Hier ist eine ordentliche Baubewilligung notwendig. Die Kantone Zürich und Bern haben besonders pragmatische Regelungen – dort werden auch grössere Anlagen zügig bewilligt. Im Kanton Waadt gilt seit 2023 eine PV-Pflicht für Neubauten über 300 m² Grundfläche. Ihr Installateur übernimmt in der Regel die gesamte administrative Abwicklung inklusive Meldung, Netzanschlussgesuch beim Verteilnetzbetreiber und Förderantrag bei der Pronovo AG. Die Bearbeitungsdauer für die Einmalvergütung liegt aktuell bei 3–8 Monaten je nach Antragsvolumen.