Blog · 3. Juni 2026

Modulpreise 2026 — was kostet ein Solarmodul pro Watt-Peak?

Aktuelle Modulpreise 2026: CHF pro Watt-Peak nach Hersteller, Modul-Typ und Marktsegment. Vergleich europäischer und chinesischer Module mit Empfehlungen für Schweizer Hauseigentümer.

3. Juni 2026 · Solar entdecken

Solar entdecken bietet unabhängige Schweizer Solar-Informationen. Dieser Beitrag ist Teil unserer Wissensreihe zu Photovoltaik, Förderung und Wirtschaftlichkeit.

Der wichtigste Preisindex der Photovoltaik

Wer Solar-Module einkaufen oder bewerten will, sollte den Preis pro Watt-Peak (CHF / Wp) als zentrale Kennzahl kennen. Diese Grösse erlaubt einen fairen Vergleich zwischen verschiedenen Modul-Grössen, Herstellern und Marktsegmenten. 2026 zeigt der Schweizer Markt eine klare Stratifizierung: Standard-Module aus China sind erschwinglich, Premium-Module aus Europa und Korea kosten mehr, aber bieten klare Mehrwerte über die 25-jährige Lebensdauer.

Aktuelle Modulpreise 2026 (CHF / Wp ab Werk)

Die Preise variieren stark nach Marktsegment:

  • Budget-Segment (chinesisch, no-name): CHF 0,14-0,18 / Wp — bei 400 Wp Modul: CHF 56-72 pro Modul
  • Standard-Segment (JA Solar, Jinko Solar, Trina): CHF 0,18-0,24 / Wp — bei 400 Wp Modul: CHF 72-96
  • Premium-Segment (LONGi, Risen, Canadian Solar): CHF 0,22-0,30 / Wp — CHF 88-120
  • High-End-Segment (LG, REC): CHF 0,30-0,38 / Wp — CHF 120-152
  • Schweizer Hersteller (Meyer Burger): CHF 0,35-0,45 / Wp — CHF 140-180

Die genannten Preise sind Bruttopreise vor Mehrwertsteuer und vor Installation. Hauseigentümer kaufen Module nicht einzeln — der Installateur bezieht sie über Grosshandel und stellt sie in die Gesamtofferte ein.

Was beeinflusst den Modulpreis?

Mehrere Faktoren bestimmen den Preis eines Solar-Moduls:

  • Wirkungsgrad: Premium-Module erreichen 22-23 % Wirkungsgrad, Standard 19-21 %, Budget 17-19 %. Höherer Wirkungsgrad bedeutet mehr Leistung pro m² Modulfläche
  • Garantie: Produkt 12 bis 30 Jahre, Leistung 80 bis 90 % nach 25 Jahren. Garantielänge beeinflusst Preis stark
  • Bifacialität: Bifaciale Module mit Glas-Glas-Bauweise produzieren 5-25 % mehr Strom, kosten 15-25 % mehr
  • Modulqualität (Wafer-Reinheit, Zelltechnologie): HJT-, TOPCon- oder PERC-Zellen unterscheiden sich in Effizienz und Preis
  • Herkunft: EU/Schweizer Produktion ist 30-50 % teurer als chinesische, mit Vorteilen bei CO2-Bilanz und Liefersicherheit

Premium vs Standard: rechnet sich der Aufpreis?

Eine konkrete Rechnung für eine 10 kWp Anlage (25 Module à 400 Wp):

  • Standard-Module (JA Solar) à CHF 88: 25 × CHF 88 = CHF 2'200
  • Premium-Module (REC) à CHF 135: 25 × CHF 135 = CHF 3'375
  • Aufpreis Premium: CHF 1'175

Mehrertrag durch Premium über 25 Jahre:

  • Höhere Effizienz (+5 %): 9'500 kWh × 5 % × 25 Jahre × CHF 0,32 = CHF 3'800 Mehrertrag
  • Bessere Garantie-Bedingungen: schätzungsweise CHF 1'500-2'500 Versicherungswert
  • Bessere Degradation (-1 % vs -3 % nach 25 Jahren): zusätzliche CHF 2'200 über Lebensdauer

Der Premium-Aufpreis von CHF 1'175 zahlt sich also drei- bis sechsfach zurück.

Bifaciale Module: der unterschätzte Wert

Bifaciale Module mit aktiven Solarzellen auf Vorder- und Rückseite sind besonders interessant für Schweizer Höhenlagen. Aufpreis gegenüber monofacialen Modulen: 10-20 %. Vorteile:

  • +5-15 % Jahresertrag durch Albedo-Effekt (besonders bei Schnee)
  • 30 statt 25 Jahre Lebensdauer (Glas-Glas-Bauweise)
  • 30 Jahre Leistungsgarantie statt 25
  • Resistenter gegen Hagel, Sturm, mechanische Schäden

Für eine 10 kWp Anlage in Davos (1'560 m) bedeutet das CHF 600-1'000 Mehrkosten für 25-jährige Mehrerträge von CHF 5'000-8'000.

Schweizer Hersteller: Meyer Burger und Mehr

Meyer Burger ist der prominenteste Schweizer Modulhersteller mit Produktionsstandorten in Thalheim (Deutschland) und Modulen, die in der Schweiz vertrieben werden. Die Module verwenden HJT-Technologie (Heterojunction) mit hohen Wirkungsgraden bis 22,5 % und 30 Jahren Garantie. Preis: CHF 0,35-0,45 / Wp ab Werk, im Endkundenmarkt CHF 0,50-0,60 / Wp inkl. Marge. Vorteile: kurze Lieferketten, hohe Qualität, Schweizer Customer Service, geringer CO2-Footprint.

Zukunftstrend: weiter sinkende Modulpreise?

Die Modulpreise sind 2024-2025 stark gesunken — von CHF 0,30 / Wp Standard auf CHF 0,18-0,24 / Wp 2026. Weiteres Sinken ist möglich, aber nicht garantiert: Energiekosten, Logistik, mögliche Handelszölle und Marktbereinigungen können die Preise auch wieder steigen lassen. Für Hauseigentümer, die 2026 bauen wollen, ist Warten meist nicht sinnvoll — die Modul-Kostenposition macht nur 20-30 % der Gesamtinvestition aus. Weitere Preissenkungen würden also nur 5-10 % der Anlagenkosten betreffen, während ein Jahr Wartezeit ein Jahr mehr Strom-Einkauf vom EVU bedeutet.

Zusammenfassung: bewusste Modul-Wahl lohnt sich

Modulpreise 2026 zeigen eine breite Spanne von CHF 0,14 (Budget) bis CHF 0,45 (Premium Schweizer Hersteller) pro Watt-Peak. Für die meisten Schweizer Hauseigentümer ist das Standard- oder Premium-Segment der richtige Kompromiss aus Preis und Qualität. Wer langfristig denkt, fährt mit Premium- oder bifacialen Modulen besser: höhere Erträge über 25-30 Jahre, bessere Garantien, Versicherungswert bei Defekten. Der vermeintliche Aufpreis von 15-30 % zahlt sich mehrfach zurück.

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